Gesünder trinken: Probiotisch prickelnder Wasserkefir!

Trinken statt Pillen schlucken!

Die einen lieben ihn, die anderen finden ihn grauslich!

Wasserkefir ist – wie so vieles – Geschmackssache. Wasserkefir ist die unbekannte Schwester des hippen Kombucha. Er hat aber den Vorteil, dass er nicht industriell, sondern nur zu Hause selbst hergestellt werden kann. Wasserkefir ist ein supergesundes, leicht prickelndes Erfrischungsgetränk, das man mit wenigen, sehr günstigen Zutaten selbst herstellen und nach Herzenslust variieren kann.

Wasserkefir: was ist das?

Woher der Wasserkefir genau stammt und wie lange er bereits vom Menschen genutzt wird, lässt sich nicht mehr genau feststellen. Er wurde sowohl auf Ohren-Kakteen in Mexico entdeckt, wo er sich vom Zuckersaft der Kaktee ernährt als auch in Tibet, der Ukraine und im Kaukasus.

Zur Herstellung von Wasserkefir benötigt man eine entsprechende Kefir-Kultur. Diese Kultur besteht aus kleinen knubbeligen Körnchen, die aussehen, wie zu fest gewordenes weiß-durchsichtiges Gelee: den sogenannten „Japankristallen“, „japanischer Meeresalge“ oder „Tibi“.

Diese Japankristalle bestehen aus Hefepilzen und Milchsäurebakterien, die sich von dem Zucker und den Früchten im Wasserkefir-Ansatz ernähren und diese fermentieren.

Je nach Zugabe unterschiedlicher Zuckerarten, Trockenfrüchte, verschiedener Obstsorten oder (Wild-)Kräuter oder Blüten, kann man immer wieder unterschiedliche Geschmacksvarianten herstellen. Ich freu‘ mich schon auf den ersten Hollerblüten-Kefir – definitiv die gesündere Alternative zu Hollersirup…

Bei der Fermentation entstehen je nach Dauer Kohlensäure, Vitalstoffe, Milchsäurebakterien und geringe Mengen Alkohol.

Was den Wasserkefir gesund macht

Wasserkerfir ist ein natürliches und sehr günstiges Probiotikum. Während viele Probiotika-Kapseln auf dem Markt nur zwischen 3 und 10 verschiedenen Probiotika-Stämmen enthalten (und pro Monat leicht 60 € kosten), verfügt Wasserkefir über bis zu 60 verschiedenen Stämmen und das in hohen Mengen. Allerdings variieren die Konzentrationen natürlich je nach Fermentationsdauer und „Kefir-Futter“.

Aber da ist doch Zucker drin… ist das nicht ungesund?

Die im fertigen Kefir enthaltenen Restzuckermengen sind so gering, dass sie praktisch zu vernachlässigen sind. Lediglich Diabetiker sollten bei kurz fermentiertem (nur 24 h) Kefir aufpassen.

In einem Liter Cola sind 11% Industriezucker, also unglaubliche 110 Gramm Zucker enthalten.

Bei der Herstellung Deines Wasserkefirs bestimmst Du Zuckerart und Zuckermenge selber. So nutze ich beispielsweise auf 2 Liter Wasser meistens 2 Esslöffel Vollrohrzucker. Dieser Zucker wird von den Hefen und Bakterien während der 48 h Fermentation fast vollständig aufgefuttert und neben den 60 verschiedenen Probiotika in viele weitere gute Sachen umgewandelt:

Für Vegetarier und Veganer besonders interessant

Während der Fermentation entstehen vor allem B-Vitamine, inkl. Folsäure, Vitamin C, Vitamin A und Vitamin D. Sogar das Vitamin B12, das Vegetarier und Veganer nicht ausreichend aus ihrer Nahrung aufnehmen können, soll enthalten sein. Darüber ist man jedoch geteilter Meinung.

Und wie hoch ist der Alkohol-Gehalt?

Auch der Alkohol-Gehalt ist von der Dauer der Fermentation, der Umgebungstemperatur und den weiteren Zutaten abhängig:

  • je mehr Zucker, desto mehr Alkohol,
  • je kälter, desto mehr Alkohol,
  • je länger fermentiert, desto mehr Alkohol.

Der Alkohol-Gehalt schwankt danach zwischen 0,2 und 2 %.

Darmaufbau + Revitalisierung mit Wasserkefir

Wasserkefir eignet sich also hervorragend, um die Darmflora wieder aufzubauen und uns wohlgesonnene Darmbakterien wieder anzusiedeln:

  • vor allem nach Antibiotika-Therapien,
  • nach Detox-Kuren,
  • bei Autoimmunkrankheiten,
  • Pilzinfektionen (ja, auch bei Candida Albicans und Vaginal-Pilzinfektionen!),
  • etc.

Viele Wasserkefir-Fans haben in weiterer Folge tolle „Nebenwirkungen“ bemerken können: Rückgang oder Heilung von Gelenksschmerzen, Verringerung von Intoleranzen (wie Histamin oder Fructose), Rückgang von Migräne, Depressionen und vielen Hauterkrankungen.

Einen tollen, sehr ausführlichen Artikel über Wasserkefir mit vielen Verlinkungen findest du hier beim Zentrum der Gesundheit!

Wasserkefir... ist das dasselbe wie Milchkefir?

Nein, das sind zwei verschiedene Lebewesen. Du kannst einen Wasserkefir nicht in Milch baden und einen Milchkefir daraus machen. Umgekehrt sollte es eigentlich funktionieren, aber das wäre so ähnlich als würde man einen Koala-Bären in Grönland aussetzen… Nicht empfehlenswert.

Der Milchkefir enthält noch mehr gute Bakterien und Hefen, wird aber von vielen mit Milchunverträglichkeit nicht vertragen. Ausserdem enthält er den Streptococcus thermophilus, der als symptomverstärkend bei Autoimmunerkrankungen gilt.

Aber Milchkefir ist schon lecker… und unbedingt einen Versuch wert… aber nur der selbstgemachte. Der aus dem Kühlregal ist pasteurisiert und daher eh tot!

Wasserkefir selber herstellen - so gehts:

Die Grundausstattung:

Bevor Du startest brauchst du ein paar Utensilien von denen Du die meisten wahrscheinlich bereits zuhause hast:

am Anfang, wenn Du noch wenig Japankristalle hast, reicht ein großes Gurkenglas oder z.B. eine 0,75 l Flasche (worin man pürierte Tomaten bekommt). Wichtig für das Ansatzgefäß ist, dass es eine große Öffnung hat, durch die Du die Kristalle, die Früchte etc. einfüllen kannst.

Später sollte es dann schon ein größeres Gefäß sein, denn der Kefir vermehrt sich wie ein Sauerteig. Ich habe mir beispielsweise beim Ikea zwei hohe 2 l Einmachgläser besorgt.

Ausserdem benötigst Du ein engmaschiges Sieb, passende Trichter und einen großen Löffel, optimalerweise aus Plastik, nicht aus Metall. Es heißt, dass die Kristalle sterben, wenn sie mit Metall in Berührung kommen: ich kann das derzeit noch nicht bestätigen. Ich nutze Metallsieb und Metalllöffel und habe meine bereits seit 6 Monaten.

Ausserdem brauchst du gut verschließbare Flaschen für den fertigen Kefir. Milchflaschen aus Glas eignen sich z.B. super, oder – auch vom Ikea – Flaschen mit Bügelverschluss!

Viel hilft NICHT viel!! 2-4 Esslöffel Kefirkörnchen reichen für 1-2 Liter Zuckerwasser! Viele Körnchen = schnelle Fermentation = schlechtere Qualität!

Wasserkerfir – die Zutaten:

eine Kultur Japankristalle, also 30 g, die reichen völlig aus für einen Liter und vermehren sich schnell, so dass Du Deinen Freunden etwas davon abgeben kannst,

– gutes, gefiltertes (oder Quell-) Wasser (oder Kokoswasser),

 – Zucker oder ähnliche natürliche Zuckeraustauschstoffe, wie Agavendicksaft, Ahornsirup, Melasse, Honig,  sind GUT geeignet,

 – dagegen sind sowohl gesunde Alternativen wie Stevia oder Birkenzucker oder etwa künstliche Süßstoffe (die sowieso nichts in einem gesunden Haushalt zu suchen haben!) nicht geeignet, da die Kristalle damit verhungern würden,

– ggf. Trockenfrüchte für unterschiedliche Geschmacksrichtungen,

– ggf. Zitronenscheiben.

Falls Du in Graz oder Graz Umgebung wohnst oder einen meiner Kurse besuchst, melde Dich bei mir:

ich kann Dir etwas von meinem Ansatz abgeben! 😉

Das Rezept – so einfach geht es:

 – fülle die Japankristalle in Dein großes Ansatzgefäß, füge hinzu…

 – zwischen 2 TL und 3 EL Zucker Deiner Wahl,

 – 1/2 Zitrone in Scheiben (ich schäle sie, auch wenn man die Schale mitessen kann, mir wird der Ansatz mit Schale zu bitter!) und

 – 1-2 EL Trockenfrüchte Deiner Wahl hinzu (ich habe bereits Rosinen, Gojibeeren, Cranberries, Sauerkirschen, Physalis und Datteln probiert),

fülle das ganze mit Wasser auf und verschliesse das Gefäß so, dass der Deckel lose drauf liegt, so dass die Kohlensäure entweichen kann und das Gefäß nicht platzt! Ich habe den Bügel von meinen Gläsern einfach abgebaut und lege den Deckel einfach lose oben drauf!

Dann lass´ es bei Zimmertemperatur 24 -48 Stunden stehen.

Seihe es anschließend in Deine Aufbewahrungsflaschen ab, die Du jetzt auch gut verschließen kannst und bewahre Deinen Kefir im Kühlschrank auf. Die Fermentation geht dann zwar noch weiter, wird durch die Kälte aber stark abgebremst. Der fertige Kefir soll im Kühlschrank 2-3 Wochen halten – wir haben das noch nicht ausprobiert, weil unsere 4 Liter bei uns immer schon nach 2 Tagen ausgetrunken sind. 😜

Ich mag den Kefir übrigens nur kalt!

Für den nächsten Ansatz suche ich immer die fermentierten Trockenfrüchte und Zitronenscheiben und Kerne heraus, spüle das Gefäß gründlich mit Geschirrspülmittel und anschliessend mit seeeehr viel klarem Wasser, und setze meine Japankristalle neu an.

Man sollte die Kristalle nicht jedes mal mit Wasser durchspülen, das ist eher kontraproduktiv. Ich habe das jetzt eine zeitlang gemacht und festgestellt, dass meine Kristalle viel kleiner und weicher geworden sind. Jetzt probiere ich´s mal ohne abspülen…

Kreative Variationen

Das tolle am Kefir ist, dass Du Deiner Kreativität freien Lauf lassen kannst. Sobald Du genügend Japankristalle gezüchtet hast (das kann je nach Futter schon nach 1-2 Wochen sein) kannst Du sie einfach in zwei verschiedene Gefäße aufteilen.

Dann kannst Du mit verschiedenen Trockenfrüchten oder auch mal ganz ohne Früchte oder Zitrone, experimentieren. Allerdings nicht ohne Zucker… dann stirbt er.

Und um noch mehr Geschmacksvarianten reinzubringen, gibt es …

…die zweite Fermentation

Die zweite Fermentation ist absolut nicht notwendig. Dein Kefir ist bereits nach der ersten Fermentation trinkfertig. Allerdings kannst Du ihn mit der zweiten Fermentation noch mehr aromatisieren. Du steigerst die probiotische Wirkung, senkst den Zuckergehalt und erhöhst den Prickeleffekt!  😋

Für die zweite Fermentation nimmst Du den fertig abgeseihten Kefir aus der ersten Fermentation und gibst z.B.

  • getrocknete Apfelringe,
  • dieselbe Menge eines Saftes (z.b. Apfel, Grantapfel oder Johannisbeere),
  • oder frisch gepresstem Gemüsesaft von zuckerreichen Gemüsesorten, (wie z.B. Karotte, rote Beete…),
  • Ingwer,
  • Wildkräuter,
  • Vanille
  • oder Beeren Deiner Wahl dazu

und lässt es nochmals 12-24 h bei Zimmertemperatur stehen. Dann seihst Du ihn erneut ab (das ist nur nötig, wenn Du ihn nicht sofort trinkst).

Dieser zweite Kafir hat allerdings einen höheren Alkoholgehalt, weswegen er für Kinder nicht geeignet ist.

Wieviel Wasserkefir kann oder soll man trinken?

Wenn mit Deinem Darm etwas nicht in Ordnung ist, kann es gut sein, dass der Wasserkefir anfangs ziemlich durchputzt.

Diese erste Reaktion ist meist eine Entgiftungsreaktion, die sich nach einiger Zeit legt. Wenn man jedoch so heftig reagiert, sollte man die Menge am Anfang eher niedrig halten und sie nur langsam steigern.

Alles zwischen einem Glas und einem Liter ist super. Ich selber reagiere recht stark und vertrage nicht mehr als 1-2 Gläser, meine Freundin Diana und ihr Partner trinken täglich jeder einen Liter.

Und wenn ich mal in den Urlaub fahre oder mal eine Pause brauche?

Wenn Du mal Pause machen möchtest oder in den Urlaub fährst, kannst Du den Kefir wunderbar für 2-3 Wochen in den Winterschlaf schicken, indem Du ihn nur mit höher konzentriertem Zuckerwasser (ohne Früchte und Zitrone) im Kühlschrank lagerst. Die Fermentation läuft zwar im Kühlschrank verlangsamt ab.  Dennoch solltest Du ihn evtl. stehend mit lose aufliegendem Deckel lagern. So kann überschüssige Kohlensäure entweichen und das Gefäß platzt nicht!

Lagerung des Wasserkefirs bis zu 6 Monaten

O.k.! Irgendwann sind alle Freunde und Verwandten versorgt. Du wirst Deine überschüssigen Japankristalle nicht mehr los oder möchtest einfach mal ne längere Pause machen?

Dann kannst Du sie auch trocknen.

Spüle sie einfach gut ab und lasse sie anschliessend 3-5 Tage bei Zimmertemperatur oder statt dessen in einem Dörrgerät bei max 30 ° trocknen.

Wenn sie ganz trocken sind, kannst du sie gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahren, oder sehr sparsam dosiert mit in Smoothies oder Shakes geben…

Die Re-Aktivierung von getrockntem Wasserkefir

Wie ein Bär der aus dem Winterschlaf aus seiner Höhle kommt und sich erst mal recken und strecke muss, brauchen auch Deine Kefir-Körnchen gutes Futter und 2-3 Tage Zeit, bis sie wieder voll leistungsfähig sind!

Löse genausoviel Zucker, wie Du Kefir-Körnchen hast in einer großen Tasse heißem Wasser vollständig auf. Gib noch eine weitere Tasse Wasser mit Zimmertemperatur bei, so dass das Wasser kälter als handwarm ist. ERST DANN füge Deine Kefirkörnchen hinzu und lasse sie einen Tag in dem Zuckerwasser. Wiederhole das noch 2-3 Mal jeweils mit neuem Zuckerwasser, bevor Du wieder zur richtigen Fermentation übergehst.

Bezugsquellen, nicht nur für Wasserkefir...

Wenn Du Deine Japankristalle nicht von mir oder von Bekannten bekommst, dann kannst du sie hier bestellen:

http://www.gesundheitsgeber.de/

Hier bekommst Du auch weitere Infos zu anderen gesunden Getränke-Alternativen, wie Kombucha, Milchkefir, Ginger-Root-Beer, Teespezialitäten.  Außerdem bekommst Du alle Zutaten, die Du für diese tollen Getränke benötigst.

Das einzige, was Du aber wirklich für den Wasserkefir brauchst sind die Japankristalle, es ist absolut überflüssig sich ein spezielles „Gär-Gefäß“ für 10 € zu kaufen: ein großes Gurkenglas tut es auch!

Jetzt wünsch´ ich Dir viel Spaß beim Experimentieren und freue mich auf einen inspirierenden Austausch! Lass´uns doch Deine persönlichen Lieblings-Rezepte und Experimente wissen und teile sie in den Kommentaren!

Wir freuen uns von Dir zu lesen!

Alles Liebe,

Kristin

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