Körperbewusstsein, Nia und Lebensfreude gegen Burn Out

Zu Besuch auf der Psychotherapiemesse zum Thema "Die Seele brennt - Burn Out und Überforderung"

Nia Austria ist einer der Key Note Acts auf dieser richtungsweisenden Veranstaltung zu dem brandaktuellen Thema „Stress & Burn Out“.

Hier ein paar Eindrücke…

Gedanken und Zusammenhang zwischen Nia, Burn Out und Überforderung

1. In welchem Zusammenhang stehen Sie zu dieser Erkrankung? (Kurze, prägnante Beschreibung der eigenen Tätigkeit)

Ich bin Trainerin & Coach sowohl für Persönlichkeits- & Führungsthemen als auch für Gesundheits- und Fitnessprogramme. Meine Mission ist es in Unternehmen und Teams ein Klima von Offenheit und Wertschätzung zu schaffen und Menschen Wege zu zeigen wieder im Einklang mit der natürlichen Intelligenz ihres Körpers zu leben.

Die Basis dieser Arbeit ist Achtsamkeit und Wertschätzung statt Leistungswahn und Ignorierung Schmerzen (physisch als auch psychisch!).

2. Ist Burnout momentan in Österreich überhaupt ein Thema? Wie viele Menschen sind davon betroffen? (Bitte Zahlen & Fakten)

In meinen Kursen habe ich immer wieder TeilnehmerInnen verschiedenster Berufsgruppen, von Hausfrauen, über Lehrerinnen, Verkaufsleute etc. die kommen, um in meinen Stunden Stress, die Vorstufe von Burn Out, abzubauen.

Ich habe auch zwei echte Burn Out Fälle.

In der Abteilung meines Partners, in der Automobilindustrie sind in den letzten paar Monaten allein 10 % (!) der Mitarbeiter durch Burn Out ausgefallen. Dieser Prozentsatz war so alarmierend, dass die GKK eine Untersuchung angeordnet hat. – Die echten Untersuchungsergebnisse wurden nie veröffentlicht. Statt dessen wurden, die „echten Burn Out Fälle“ mit anderen Abteilungen „gegengerechnet“ , so dass der Statistik wieder im grünen Bereich lag.

Glücklicherweise gibt es aber auch viele Mitarbeiter, die von sich aus die Notbremse ziehen und kündigen bevor sie verheizt werden.

3. Wie wird Burnout hervorgerufen? Gibt es Risikogruppen, die von dieser Erkrankung stärker betroffen sind?

Meiner Meinung nach gibt es keine bestimmten Risikogruppen, da jeder Mensch anders ist und auch zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich belastbar ist. Hausfrauen und Mütter können genauso betroffen sein wie Manager, Krankenschwestern, Sozialarbeiter oder vermeindlich fitte Zumba Instruktoren.

Entscheidend sind bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, die diese Personen gemeinsam haben und die das Risiko erhöhen. Dazu gehören:

Aufopferungsbereitschaft, Anerkennungssucht, Perfektionismus, überhöhte Leistungsbereitschaft, erhöhtes Schmerzempfinden und krankhafte Zielstrebigkeit.

4. Vielfach hört man den Vorwurf, dass Burnout nur eine „Modeerscheinung“ ist und das die Menschen einfach nicht mehr belastbar sind? Was sagen Sie zu diesem Vorwurf?

Ich bin der Meinung, dass die Belastungen , denen Menschen heutzutage ausgesetzt sind, größer denn je sind, da uns der natürliche Rhythmus des Lebens abhanden gekommen ist.

Bis vor ca hundert Jahren war der Winter im normalen Leben noch eine Zeit der Regeneration. Die Arbeitszeit wurde dem Tageslicht angepasst. Menschen hatten mehr Möglichkeit im Freien in der Sonne zu sein.

Niemand geht daran zugrunde, dass er/ sie über einen bestimmten Zeitraum 12 oder auch mal 14- 16 Stunden arbeiten muss. Das war früher zur Erntezeit auch der Fall. Aber es muss dann auch wieder eine ENTSPRECHENDE Zeit der Regeneration folgen.

Burn Out zu haben ist ein gesellschaftlich anerkannter Grund die Notbremse zu ziehen, einen völlig neuen Weg einzuschlagen, sich Träume zu erfüllen, was sich ohne einen „triftigen“ Grund nur die wenigsten wagen.

Wir haben uns das selbst so geschaffen, da wir weder ehrlich mit uns selbst noch mit anderen sind und die Erwartungen der Umgebung als wichtiger bewerten als das, was unser Körper uns eigentlich mitteilt.

5. Was sind die Auslöser der Erkrankung? (Privat und berufliche Aspekte bitte erwähnen).

Auslöser ist meiner Meinung nach ein permanentes Ignorieren der Rückmeldungen des eigenen Körpers.

Würden die Warnsignale des Körpers wahrgenommen, richtig interpretiert und als Aufforderung etwas zu ändern, befolgt werden, hätten sekundäre Auslöser, aus dem privaten und beruflichen Bereich wie mangelhafte oder nicht vorhandene soziale Einbindung, Partnerschaftsprobleme, Überforderung durch Doppelbelastung durch Familie und Beruf, Mobbing, Überlastung etc. keine Chance.

6. Ist es eine reine psychische Erkrankung oder kann sie auch körperliche Folgen hervorrufen? Wenn ja, welche?

Ich bin sogar der Meinung, dass es bereits körperlich manifestiert ist, bevor es sich psychisch äußert.

Es beginnt mit „banalen Kleinigkeiten“ wie z.B. Verspannungen, Kopf-und Rückenschmerzen, Herzjagen, Verdauungsproblemen, Energielosigkeit, Problemen mit den Zähnen, Augen etc…

Ich bin der Meinung, dass es sämtliche Probleme und Krankheiten nichts anderes sind, als der Ausdruck von Stress im Körper.

„The mind is like the wind and the body is like the sand.
If you want to know, how the wind ist blowing,
you can look at the sand!“
∼ B.B. Cohen

7. Wie kann ich dieser Erkrankung vorbeugen? Welche präventiven Maßnahmen gibt es?

  • Den Fokus auf Spaß und Achtsamkeit legen.
  • Auf feinste Körpersignale hören.
  • Täglich Bewegung, nicht weil man es „muss“ sondern etwas finden, das Spaß
  • macht und diese mit LUST ausführen, statt sie abzuspulen.
  • Die Bewegung sollte sämtliche Bewegungsqualitäten wie Flexibilität, Agilität,
  • Mobilität, Kraft und Stabilität beinhalten.
  • Perfektionismus ablegen.
  • Sich selbst lieben und anerkennen, dann braucht man der Anerkennung von aussen nicht mehr hinterher laufen.

8. Welche Rolle spielt die Psychotherapie bei dieser Erkrankung? Wie kann sie zu Behandlung beitragen?

Das kann ich nicht beantworten, da ich keine Psychotherapeutin bin und nicht genau weiß mit welchen Methoden heute gearbeitet wird.

9. Wie können Unternehmen dazu beitragen, dass ihre Mitarbeitern seltener von Burnout betroffen sind?

  • Führungskräfte entwickeln, die inspirieren statt motivieren und die eine größere Vision von Ihren Mitarbeitern haben, als diese von sich selbst
  • Soziales Miteinander in Teams fördern,
  • Gesundheit und Bewegung, Wertschätzung und Visionen in der Firmenkultur verankern, ZUHÖREN,
  • Mitarbeiter entsprechend Ihrer Kompetenzen und Fähigkeiten einsetzen oder noch besser: herausfinden, wie sich die Lebensziele der Mitarbeiter im Rahmen Ihrer Arbeit verwirklichen lassen,
  • Fehler als Verbesserungspotenzial feiern,
  • regelmäßige Möglichkeit von Sabbaticals einführen,
  • flexible Arbeitszeiten,
  • Vertrauen statt Kontrolle,
  • Kinderbetreuungsmöglichkeiten anbieten,
  • Pausenkultur mit Bewegungs- und Ruhepausen eingeführen und fördern, z.B. auch echte Ruheräume eingerichtet werden,
  • falls es eine Kantine gibt: auf leckeres, saisonales Essen setzen dessen Haupbestandteil Gemüse ist,
  • Rauchern eine Entwöhnung ermöglichen,
  • Spaß bei der Arbeit etablieren, z.B. durch mein Angebot play@work,
    ausschließlich Führungskräfte beschäftigen, die diese Prinzipien vorleben,
  • Mitarbeiter, die auch nach wiederholten Gesprächen und eventuellem Training, nicht zu dieser Firmenkultur passen, kündigen…

10. Kann ich auch im Privatleben präventive Maßnahmen gegen Burnout setzen? Wenn ja, welche?

  • gute soziale Kontakte halten,
  • Feste feiern,
  • täglich mindestens eine Stunde Bewegung,
  • Fernseher abschaffen,
  • Signale des Körpers wahrnehmen und befolgen,
  • auf die Intuition hören,
  • Genuss in jeder Form etablieren,
  • regelmäßigen Sex, der Spaß macht,
  • regelmäßige Regenerationsrituale wie z.B. Sauna, Sport, Tag am Meer, Massage, Thermenwochenende, Wanderwochenende…
  • tägliche Rituale, z.B. morgendliche Tasse Kaffee im Bett, bei Feierabend
  • Schreibtisch aufräumen, To do liste für den nächsten Tag + Handy aus,
  • jeden Tag was Verrücktes tun,täglich ein Dankbarkeits Journal führen

11. Können Sie ein Beispiel eines Burnout Betroffenen/einer Burnout Betroffenen und ihre „Heilung“ nennen? (Interessante Praxisbeispiele)

  • eine meiner Nia Kursteilnehmerinnen ist Lehrerin an einer Gesamtschule und ist vor 2 Jahren fast ein 3/4 Jahr wegen Burn Out krank geschrieben gewesen. Nach eigenen Angaben war unsere Nia Stunde, die einzige Stunde in der Woche, auf die sie sich gefreut hat und die sie nie hat ausfallen lassen. Sie hat ihr dabei geholfen, wieder auf ihren Körper zu hören, Stabilität zu finden und vor allem ihre Lebensfreude wieder zu finden.
  • eine andere Kursteilnehmerin, eine ehemalige Verkaufsberaterin in der Bildungsbranche, ist ebenfalls gleich zweimal monatelang wegen Burn Out und Bluthochdruck krank geschrieben gewesen, erst die Eigen- Kündigung, die Fokussierung auf die Dinge, die ihr selbst wichtig sind , das Hören auf den eigenen Körper, das sie in ihren Nia Stunden gelernt hat, hat sie auch ihre Lebensfreude wieder entdecken lassen
  • mein Partner, Projektmanager in der Automobilindustrie, war auf dem besten Weg in den Burn Out, als er begann an meinen Stunden teilzunehmen und Bewegung einmal ganz anders wahrnahm. Vorher hatte er zwar auch Sport getrieben, aber auch das wieder rein auf Leistung und „Durchbeißen“, statt den Körper zu ehren und zu lieben. Heute hat er die Verbissenheit im Sport aufgegeben und ist ein reiner Genusssportler. In seiner Abteilung ist er derjenige, der mit seiner Ausgeglichenheit und Fröhlichkeit, sämtliche Kollegen bei der Stange hält.

Wenn Du Nia Teacher bist: Welche Erfahrungen hast Du in Deinen Kursen gemacht?

BIst Du TeilnehmerIn und hast Deine eigenen Erfahrungen mit Nia und Burn Out oder Stress gemacht?

Hast Du Tipps, Anmerkungen, Fragen, Ideen? Dann schreibt’s in die Kommentare!

Ich freue mich auf Kontakt mit Dir!

Deine Kristin

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