Die Vorgeschichte… aus dem Körper in den Kopf!

Kochen, Essen, Trinken & Genießen

Im Gegensatz zu vielen anderen Frauen, war ich eigentlich nie auf Diät, habe immer gegessen was mir schmeckt und davon viel.

Glücklicherweise ist das insgesamt ziemlich ausgewogen. Ich koche leidenschaftlich gerne und kann voller Stolz sagen, dass Freunde und Famile über meine Kochkünste sagen, dass sie besser sind als die meisten Haubenlokale.

Und ja, ich esse Schokolade, manchmal täglich eine Tafel. Und dann wieder monatelang nichts.

Und ja, ich trinke Wein- mehrmals die Woche und auch nicht nur ein Achterl…

Und ja, ich esse Fleisch. Noch… aber das wird wohl auch bald vorbei sein… Als Kind wurde ich in meiner Familie auch neckend als „fleischfressende Pflanze“ bezeichnet.

Freundlicherweise blieb ich aber völlig von dieser Gier auf Mehlspeisen und Süßkram verschont, den ich in der Regel verständnislos in meinem Umfeld zur Kenntnis nehme.

Papa sei dank!

Kuchen gabs bei uns nur ca. 4 Mal im Jahr, wenn einer von uns Geburtstag hatte. Und den Rest musste Papa immer am nächsten Tag mit in die Firma nehmen… 😉

Sport...

Dafür habe ich seit meinem 15.- bis ca. zu meinem 30. Lebensjahr aber alles, was unter den Oberbegriff „Sport“ gefallen ist, schlichtweg verweigert, nachdem ich in der Schule praktisch ausschließlich mit Leichtathletik und Ballsportarten „gefoltert“ wurde.

Da ich einen ziemlichen „Knick in der Optik habe“, bin ich nämlich völlig unfähig Bälle zu werfen und zu fangen. Mir sind Finger umgeknickt, ich habe Bälle mit voller Wucht ins Gesicht bekommen… und ich war immer die letzte, die bei den Mannschaftswahlen noch übrig war.

Mich wollte keiner dabei haben.

„Großartiges“ Gefühl!

Ok, ich konnte ziemlich schnell rennen und war beim Weitspringen die Beste, aber das nützt einem bei den meisten Ballsportarten nur dann was, wenn man auch gleichzeitig sowas wie Ballgefühl hat.

Das schnell rennen und weit springen sind ganz toll für Leichtathletik, aber was macht man, wenn man so gar keinen Sinn für´s Kräfte messen hat?

Nicht unter den Obergriff „Sport“ gehörte bei mir das tägliche Fahrradfahren für sämtliche Wege (ich bin auf dem Land aufgewachsen und musste überall mit dem Fahrrad hin), mit unseren Hunden spazieren gehen + spielen, schwimmen, auf Bäume klettern, reiten (ich hatte mein eigenes Pony/ Pferd zwischen meinem 11. und 25. Lebensjahr) und die gesamte „Arbeit“ rund ums Pferd:

Stall misten, Heu + Stroh machen, putzen, Hufe raspeln…und natürlich waren auch die durchtanzten Nächte in der Disco kein Sport. 😉

Die Sportverweigerung hält übrigens nach wie vor an…  Wie geht das? :^)

Eine Gesundheits- und Fitnesstrainerin, die „Sport verweigert“? „Sport ist Mord“- davon bin ich zum größten Teil nach wie vor überzeugt.

Vor gar nicht allzu langer Zeit ist mir erst der Unterschied zwischen Sport und Bewegung klar geworden. Meine Erkenntnisse kannst Du in meinem Artikel Treibst Du noch Sport oder bewegst Du Dich schon zusammen? nachlesen.

Schönheit & Selbstbewußtsein

Glücklicherweise gehöre ich wohl auch zu den wenigen Menschen unserer Generation, die von ihren Eltern- in diesem Fall war es meine Mutter- Dinge zu hören bekommen hat, wie

„Das kannst Du schon alleine, dazu brauchst Du mich nicht! Du machst das schon!“

oder auch „Du hast so einen schönen runden Apfela… äh…Popo, wirst schon sehen, Dir werden die Männer später in Horden hinterher rennen!“ – Oh Gott, war mir das damals peinlich!

Ebenso unüblich damals, hatten wir zuhause eine finnische Sauna. Und für uns war es völlig normal, dass wir alle nackt zu Hause rum liefen und auch so zwischen den Saunagängen im Garten herum liefen oder uns im Winter – in den seltenen Fällen, zu denen es welchen gab- todesmutig in den Schnee geworfen haben.

Ich wuchs also mit einem recht ausgeprägten „Körperbewußtsein“ (was ich heute eher als Stolz auf meinen Körper bezeichnen würde) heran.

Schule & Lernen

Mit meinem „Geist“ verhielt es sich dagegen ähnlich wie mit den Ballsportarten:

ok, ich habe das Abitur (die Matura) geschafft, allerdings war ich ausser in Bio und Kunst überall mittlerer Durchschnitt.

Mathe, Physik und Chemie erwähne ich lieber gar nicht.

 

 

 

Zugegeben, dieser Gedanke war angesichts der Höllenqualen, die ich in diesen Fächern durchlitt, durchaus attraktiv:

Nach der Schule packte mich dann der Ehrgeiz und ich wollte es allen zeigen. Meinen Eltern, meinen Lehrern… dass doch nicht Hopfen und Malz verloren ist.

Und so begann ich Ausbildungen und Fortbildungen zu sammeln, wie andere Menschen Briefmarken. Tischlerin, Industriekauffrau, Finanzbuchhalterin, Lohn- und Gehaltsabrechnung, Personalfachkauffrau, Steuerrecht, Arbeitsrecht, Sozialversicherungsrecht, Ausbildereignungsprüfung, Arbeitssicherheitsbeauftragte für Deutschland und später noch mal für Österreich dasselbe, dann Persönlichkeitsentwicklung, Kommunikation, NLP, Coaching… fast alle mit Auszeichnung bestanden.

Und was hatte ich noch geschafft?

Aus meinem Körper in meinen Kopf zu kommen!

Mein Verstand hatte vollständig das Zepter übernommen, der Körper hatte nichts mehr zu sagen, bzw. wurde einfach ignoriert.

Wohlbemerkt:

Mir ist bewußt, das waren meine eigenen Entscheidungen…was tut man nicht alles um mehr „Liebe und Anerkennung“ zu bekommen…

Nachdem ich Jahrzehnte damit verbracht hatte „schlau zu werden“, identifizierte ich mich nur noch über mein Hirn… Ich werde nie den Tag vergessen an dem ich meinen (Ex)- Mann kennen lernte und er mich fragte: „Und… was bist Du für eine?“- Und ich Anfing meinen Lebenslauf zu erzählen als würde ich mich bei Ihm bewerben… Er fing an zu lachen und unterbrach´ mich: „Ihr Deutschen definiert Euch wohl alle nur über Euren Job…“ Päng!!!

Ups, tjaaa… ich liebte meinen Job und war ziemlich stolz darauf, was ich damals erreicht hatte. Ich war Personalleiterin in der Metallindustrie und ich muss zu meiner Verteidigung hervorbringen, dass er einer meiner Chef´s war und ich mir nicht vorstellen konnte, dass „so einer“ sich für mich interessieren könnte. Aber das war so. Er wollte also wissen, wer ich war. Und ich wußte es nicht. Ich kannte mich selbst nicht (mehr)…

Ich hatte die letzten Jahre fast ausschließlich mit Arbeiten, Lernen und seit kurzem auch wieder Fitness verbracht. Nachdem ich endlich ein schönes Fitnesstudio gefunden hatte, das ein tolles Kursprogramm fand ich riesigen Spaß an den verschiedensten Gruppenfinessprogrammen.

Wie alles, was mir Spaß macht, betrieb ich es exzessiv!

Ich war mindestens 4-6 Mal in der Woche im Fitnessstudio und machte teilweise zwei Stunden nacheinander. Und das immer Vollgas! Das war meine Art, mich zu spüren! Ich liebte brennende Muskeln, rinnenden Schweiß (wie heute!), ich liebte es, wenn ich merkte, dass meine Begeisterung die anderen Teilnehmer ansteckte und wenn der Saal zu kochen anfing. Und ich liebte das Gefühl mich völlig ausgepowert zu haben!

Die Geschichte mit meinem Ex- Mann erzähle ich vielleicht noch ein andern mal.

Als ich einige Jahre später mit meinem (Ex-) Mann nach Graz zog, entdeckte ich im zarten Alter von 36 Jahren eher zufällig endlich Nia (siehe dazu auch Kristin…und Nia). Die Geschichte mit meinem Mann erzähle ich vielleicht noch ein andern mal.

Und dann kam Nia...

(wie es dazu kam, kannst Du hier nachlesen)

Meinen Whitebelt mit all seinen Techniken, seinem Handwerkszeug konnte ich noch mental verarbeiten. Das konnte man lernen und üben! Easy!

Beim Bluebelt ging es dann um „Kommunikation & Beziehung“!

Aber nicht (nur) mit anderen Menschen!

Nein, es ging um meine Beziehung und meine Kommunikation mit meinem Ellenbogen, mit meinen Fußsohlen, mit dem Raum (der „Luft“) um mich herum…. hääää?

Als es schließlich darum ging eine Beziehung mit meinen „Emotionen“ und zu meinem „Spirit“ (in Nia meinen wir damit unsere Einzigartigkeit) aufzubauen, ging plötzlich gar nichts mehr. Ich sah die anderen Teilnehmer um mich herum, alle sahen glücklich aus, hatten Erkenntnisse und Er- Spür-nisse und waren begeistert.

Und ich heulte!

Ich konnte nicht mehr tanzen! Engelchen und Teufelchen waren in einer Tour am zanken…. Ich spürte GAR nichts! Völlig leer!

Völlig aufgelöst und verzweifelt wandte ich mich an meine Trainerin Ann Christiansen und sie blieb ganz ruhig und sagte:

Ann: „Weißt Du, das ist total normal und GUT was da gerade mit Dir passiert.“

Kristin: „???“

Ann: „Du bist so VOLL (mit Wissen) hier angekommen. Da muss ja erst mal wieder Platz für was anderes geschaffen werden.- Das ist jetzt nichts anderes wie „delete c:= Festplatte löschen“, jetzt kannst Du wieder etwas Neues anfangen!“

…und aus dem Heulen wurde ein breites Grinsen!

In diesem Sinne alles Liebe wünscht Dir,

Deine Kristin

Comments 4

  1. Gudrun
    18. September 2012

    Es tut so gut, das alles zu lesen. Bitte mehr..und wart´ nicht so lang!

  2. Tina
    16. September 2012

    Danke, dass du das alles schreibst und du bist gut im Schreiben! Ich bin auch gerade wieder beim Kopf leeren und schreiben ist ein gutes Werkzeug dafür. Schreib weiter ich lese es gerne!

  3. 13. September 2012

    Allerliebste Kristin
    Danke fürs Teilen, für die Offenheit und deine Worttänze. Mit grossem Genuss habe ich heute deinen Blog gelesen und er hat mich berührt und soviel Parallelen zu meinem Leben sind ersichtlich.
    Bei dir hat der Black das Ganze nochmals ins grosse Rollen gebracht – FANTASTISCH.
    Herzliche Umarmung aus der Ostschweiz in den Süden
    PS: Das Foto von uns drei Girls finde ih nirgends in meiner Fotobiblio – bitte senden:):):)

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