1. Fasten als Gesundheitsbooster und Jungbrunnen

Warum ich als Genussmensch und leidenschaftliche Köchin auf die Idee gekommen bin zu fasten

Die 4 Artikel dieser Serie übers Fasten:

Fasten war schon lange ein Thema. 😉 Einerseits haben mich die Fastenerfahrungen von denen ich gelesen und gehört habe, total fasziniert…

Allein die Liste der Gesundheitsprobleme und Erkrankungen, die mit einer Heilfastenkur geheilt werden können, ist lang:

  • von Allergien, Asthma, Schuppenflechte und Neurodermitis,
  • Herz-Kreislauferkrankungen,
  • Gelenks-Schmerzen,
  • Kopf-Schmerzen und Migräne,
  • Diabetes,
  • Schlafstörungen,
  • Krebserkrankungen
  • und natürlich auch Fettleibigkeit,
  • uvm.

Dazu kommt die geistige Klarheit und Frische sowie der unbändigen Energie von denen viele Fastende schwärmen.

Andererseits waren und sind zwei meiner wichtigsten Lebensinhalte seit ich denken kann: Kochen & Essen 😋! Ich liiiiebe Lebensmittel. Frisch, bio, lebendig, voller Lebens-Kraft. Ich liebe es, in der Küche zu stehen und aus den Dingen, die in meiner Bio-Kiste sind, neue Gerichte zu zaubern.

Bereits vor ca. 20 Jahren mit Mitte zwanzig (oh, Gott, bin ich wirklich schon so alt?) habe ich einmal 5 Tage lang gefastet und konnte nichts von dem Energieschub spüren. Statt Klarheit hatte ich Kopfschmerzen und war furchtbar schlapp und müde. Naja, ich hab´s ja auch nicht richtig gemacht. Das Glaubersalz hat mich so angewidert, dass ich es nur einmal genommen habe und an einen Einlauf habe ich mich nicht ran getraut. So war das Ergebnis damals eher abschreckend und ich hab mich nie wieder heranwagt.

Fasten liegt uns in den Genen

Menschen fasten bereits seit Urzeiten. Es gab schon immer und überall Zeiten im Jahr in denen gefastet wurde. Oft war das jahreszeitlich oder aufgrund einer Katastrophe bedingt. Es hat aber auch überall auf der Welt Völker gegeben, die zu bestimmten Zeiten aus spirituellen Gründen gefastet haben.

Vielleicht haben diese Menschen während einer (unfreiwilligen) Fastenzeit aufgrund von Nahrungsmittelknappheit verwundert festgestellt, dass sie während dieser Zeiten besonders klar im Kopf waren und oft beinahe überirdische Kräfte mobilisieren konnten:

denn sie mussten ja erst recht zu besonders fordernden Zeiten auf eine schwierige Nahrungsmittelsuche gehen, hoch konzentriert Wild erjagen und geichzeitig dabei aufpassen, dass sie nicht selber vom Säbelzahntiger verspeist werden!

Ich vermute, dass diese Beobachtung über Jahrtausende dazu geführt hat, dass die Weisen und Medizinmänner und -frauen der Völker erkannt haben, dass Fasten sich auch hervorragend eignet, um spirituelle Prozesse einzuleiten oder zu begleiten. Und so wurde es dann in vielen Teilen der Welt eine religiöse oder spirituelle Tradition.

Heutzutage löst bereits der Gedanke eine Mahlzeit oder Snacks weg zu lassen, bei vielen Menschen Panik aus.

Neumodische Fastenerscheinungen wie „Autofasten“ oder „Handyfasten“ machen einmal mehr deutlich, wie schwer es uns heutzutage fällt, mal nur für eine Zeit auf liebgewordene Errungenschaften unserer Zeit zu verzichten.

Was beim Fasten im Körper passiert

Unser Körper kann auf drei verschiedene Arten Energie gewinnen:

  • aus Glukose (Zucker),
  • aus Proteinen (Eiweiß)
  • und aus Fett.

Der am schnellsten verfügbare und einfachste Weg ist Zucker. Man könnte Zucker als Arbeitsspeicher bezeichnen: es ist relativ wenig da, superschnell verfügbar, aber auch schnell verbraucht. Unser Gehirn ist der größte Verbraucher und unser Zuckerspeicher ist bereits nach einem bis drei Tagen erschöpft. Deswegen werden manche Menschen auch sehr nervös, wenn ihr Zuckerspiegel sinkt. Gell… 😉?

Aber unser Körper hat sich ja während der Evolution soooo genial optimiert, dass er noch weitere Programme hat, die eine ausreichende Energiezufuhr gewährleisten.

Sobald der Zuckerspiegel im Blut sinkt, schüttet die Bauchspeicheldrüse ein Hormon namens Glucagon aus. Dieses sorgt dafür, dass Fettsäuren in der Leber in transportable Ketonkörper umgebaut werden.

Keto… was?

Aus diesen Ketonkörpern können unsere Zellen dann wiederum Energie gewinnen.

Als Ketose bezeichnet man also einen weiteren Stoffwechselweg, der aus eigenem Körperfett (oder aus zugeführtem Fett) Energie bereitstellt.

Sobald man seinen Körper auf Ketose umprogrammiert hat, gehören Insulinachterbahn, nächtliche Kühlschranküberfälle, Chips- oder Schokoorgien der Vergangenheit an. Genial, oder?

Die Sache hat nur einen Haken!

Sobald man mehr als 50 Gramm Kohlenhydrate pro Tag isst (das sind gerade mal zwei Äpfel) fliegt man aus der Ketose. Damit ist es für mich und viele andere nicht als Dauerernährungsform geeignet, denn jetzt kommt der Sommer und damit die Erdbeer-, Kirsch- und Himbeerzeit… 😋 und ich verabscheue zählen und wiegen in jeglicher Form, egal ob Kalorien, Kohlenhydrate, Zucker oder Fett.

Aaaber:

man kann sich die Ketose trotzdem regelmäßig zu Nutze machen, indem man z.B. ein- oder zweimal pro Woche (oder im Monat) intermittierend fastet oder auch ein- zwei Mal im Jahr eine Heilfastenkur macht. Das hat auch weitere positive Auswirkungen auf den Körper, nämlich:

Fasten und Ketose veranlassen eine vermehrte Hormonausschüttung

weil körpereigene Reserven mobilisiert werden.

Neben dem Glucagon werden vermehrt Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol ausgeschüttet, was eine entzündungshemmende Wirkung hat.

Auch die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin wird oft  gesteigert. Das kann ich definitiv nach meinem Fastenexperiment (von dem ich Dir in den nächsten Artikeln dieser Serie erzählen werde) bestätigen.

Verbesserte Körperwerte auf allen Ebenen

Durch die aktivierte Hormonausschüttung normalisieren und stabilisieren sich in weiterer Folge die Blutzuckerwerte, Cholesterin-, Insulin- und Triglyzeridspiegel.

Der Energieverbrauch des Körpers sinkt, da keine Energie mehr für die Verdauung benötigt wird.

Dadurch können sich wiederum Herzschlag und Atmung verlangsamen und der Blutdruck sinken.

Forever Young? - Warum Fasten ein echter Jungbrunnen für die Zellen ist!

Abgesehen von dem gesundheitlichen Nutzen, der für sich gesehen ja bereits interessant genug ist, wurde in den letzten Jahren noch ein weiterer, riesiger Vorteil des Fastens wissenschaftlich nachgewiesen:

Fasten ist ein wahrer Jungbrunnen für die Zellen! Einerseits verlängert es das Leben und das bei gleichzeitig besserer Gesundheit.

Witzigerweise forscht ausgerechnet hier in Graz einer der weltweit bekanntesten und meistzitierten Ernährungs- und Altersforscher Prof. Dr. Frank Madeo zu dem Thema Autophagie & Fasten.

Der Begriff Autophagie (=selbstfressend), oder Autophagozytose, wurde erst 2016 bekannt, als der japanische Zellbiologe Yoshinori Ohsumi einen Nobelpreis für Medizin für seine Arbeit über die Abbau- und Reyclingprozesse in den Zellen bekam.

Man kann Autophagie als körpereigene Putzkolonne mit angeschlossenem Recyclinghof bezeichnen:

Zellen, deren Zeit gekommen ist, zerstören sich selbst. Dieser Vorgang wird als Apoptose, als programmierter Zelltod, bezeichnet. Jede Zellart hat eine bestimmte Lebensspanne. Nach Ablauf dieser Zeitspanne zerstört sich die Zelle selbst, sofern der Körper gesund ist.

Nein, Zellen regenerieren sich nicht!

Sie verbrennen, wenn genügend Sauerstoff vorhanden ist. Um dieses Feuer einzuheizen, wird gleich alles an Brennstoffen mit verheizt, was die Putzkolonne vorher zusammen gefegt hat: Bakterien, Viren, Pilze, Zellorganellen, Gifte und – ja, auch Schwermetalle! Diese Verbrennungsrückstände werden allerdings dann recycelt.

Im Normalfall läuft die Autophagie jederzeit und in jeder Zelle zum richtigen Zeitpunkt voll automatisch. Es gibt allerdings einige Dinge, die es der Putzkolonne leichter machen. Zum Beispiel Fasten. Ich stelle mir das so vor: wenn nicht ständig neuer Müll nachkommt, geht das Putzen schneller! Ständiges Essen bremst den Vorgang!

Da Fasten nicht jedermanns Sache ist, forscht Frank Madeo auch nach Möglichkeiten, Autophagie anders zu verstärken. So hat er einen Stoff namens Spermidin entdeckt (rate mal, wo man ihn zuerst entdeckt hat… 😉), der die Autophagie offensichtlich verstärkt. Spermidin kommt in vielen Lebensmitteln vor, aber in einigen Lebensmitteln gibt es besonders viel, u.a. in Weizenkeimen, Sojabohnen, Cheddarkäse, Pilzen, Hühnerleber, Mangos… und – große Freude – Kaffee gehört auch dazu!

Auch Bewegung fördert diesen Prozess! Noch mehr Freude: Ich bin am richtigen Weg!

In diesem TEDEx Talk gibt Dr. Frank Madeo einen Einblick über diese Forschungsergebnisse:

Im Rahmen der „Montagsakademie der Universität Graz“ spricht er in seinem Beitrag Unser tägliches Brot – wie Ernährung Gesundheit und Altern beeinflusst, nochmals ausführlicher über dieses Thema.

Zucker hemmt die Zellerneuerung

Professorin Tassula Proikas-Cezanne von der Universität Tübingen forscht zum selben Thema! Sie hat nachgewiesen, wie Zellen bei Zuckermangel die Selbstverdauung stimulieren:

das heißt leider nichts anderes, als dass Zucker diesen Reinigungs- und Recyclingprozess verhindert. 

Wer also übers Fasten nachdenkt und (noch) Zucker-Junkie ist, kann durch das Fasten eventuell aus dieser Sucht aussteigen. Eventuell macht es aber Sinn zunächst mal vom Zucker los zu kommen.

... und wann sollte man lieber nicht fasten?

Obwohl Fasten gerade bei schweren (chronischen) und entzündlichen (Autoimmun-) Erkranungen hervorragende Heilungschancen bietet, sollte es in solchen Fällen unter Aufsicht eines ausgebildeten Fastenarztes oder am Besten in einer spzialisierten Fastenklinik durchgeführt werden.

Auch Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, sollten unbedingt mit ihrem Arzt besprechen, ob und wie sie fasten können.

Wie bereits oben beschrieben greift Fasten in das Hormonsystem des Körpers ein: es ist sinnvoll, das zu beobachten.

Wer an einer Essstörung, wie Bulimie oder Magersucht leidet sollte auf keinen Fall fasten.

Menschen, die schwer körperlich arbeiten, Schwangere und Kinder sollten ebenfalls vorsichtig sein. Über meine Fasten-Erfahrung als unterrichtende Fitnesstrainerin erfährst Du in der Fortsetzung dieser Serie übers Fasten.

Lust aufs Fasten bekommen?

Mir ging es jedenfalls so, nachdem ich all diese Dinge herausgefunden hatte.

Nachdem ich nun eigentlich bereits jahrelang

hatte ich das Gefühl, dass ich einiges loslassen wollte, dass ich dazu etwas Neues ausprobieren wollte, was mich an neue Grenzen bringt.

Als mein Ausbildungsleiter Andreas L. Kalcker im letzten Modul der Innovativen Therapien der naturwissenschaftlichen Biophysik von seinem Fastenexperiment mit Chlordioxid und Meerwasser erzählte, wußte ich: das isses! Das mach´ich!

Im nächsten Teil erfährst Du, welche Fasten-Arten es gibt, wie man sich optimal auf eine Fastenwoche vorbereitet, was man benötigt usw.

Ich freue mich, wenn Du weiter dabei bist und mich bei meiner Erfahrung begleistest.

Alles Liebe,

Kristin

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